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Krefelder berichten von ihren Wünschen für das kommende Jahr Meine Wünsche für 2021

Das Jahresende bietet traditionell die perfekte Gelegenheit, um zurückzuschauen und Wünsche für das neue Jahr zu formulieren. Nach diesem aufreibenden Jahr ist der Blick nach vorne bei vielen von anderen Wünschen geprägt als in den Vorjahren. Das kredo-Magazin hat sich einmal bei einigen Krefelder*Innen umgehört und sie gefragt, was sie sich für das neue Jahr wünschen.

Dr. Tagrid Yusef, Integrationsbeauftragte der Stadt Krefeld: „In der Regel halte ich es so, dass ich mir grundsätzlich nichts wünsche, vor allen Dingen nicht zu den üblich verdächtigen Tagen wie Geburtstag oder Silvester. Natürlich wünsche ich mir, dass meine Familie und ich immer gesund bleiben, aber auch das kommt ja nicht von allein, sondern der Mensch selbst muss dazu beitragen, dass dieser Wunsch erfüllt wird. In Zeiten von Corona habe ich doch einen Wunsch oder Wünsche entwickelt. Vermehrt muss ich feststellen, dass sich Menschen und ihre Einstellungen in meinem Umfeld verändern. Ich denke noch mehr nach, als ich es früher tat. Daher wünsche ich mir mehr Vertrauen in uns und in andere. Ich wünsche mir Offenheit und Akzeptanz untereinander und für andere, und gleichzeitig wünsche ich mir mehr Wertschätzung für unser Gegenüber. Denn unsere Gesellschaft wird sich verändern. Sie wird stärker auf Gemeinschaft und sozialen Zusammenhalt fokussiert sein als auf Egoismus. Wir müssen aufwachen, um für die Erhaltung unserer Grundrechte selbstbestimmt und selbstverantwortlich zu agieren.“

Patrick Janßen, Tabak Janßen: „Für das kommende Jahr wünsche ich mir erstens, dass die Bars, Cafés und Restaurants in der Stadt überleben. Zweitens würde ich gerne mehr mit Familie und Freunden zusammensitzen und lachen, ohne die Sorge, jemanden anzustecken oder zu gefährden. Zudem habe ich gemerkt, dass das Abstandhalten (beim Einkaufen und in der Fußgängerzone) so fortgeführt werden kann, da es irgendwie viel angenehmer ist, alle Diskretion wahren und viel aufmerksamer sind.“

Inge Röhnelt, Leiterin der Volkshochschule Krefeld:  „Für das Jahr 2021 wünsche ich mir, dass wir aus der Corona-Erfahrung das Bewusstsein mitnehmen, wie wichtig ein gesellschaftlicher Zusammenhalt ist, um Krisen zu bestehen, dass wir auch ohne Corona ein wenig runterfahren können und uns klar machen, dass wir auch mit weniger Aktivitäten gut leben können, dass Frauen im nächsten Lockdown und überhaupt nicht die Hauptlast beim Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf tragen, dass diejenigen, die wirtschaftliche Sorgen durch die Pandemie haben, die Kraft haben, durchzuhalten und nach Corona wieder ein Einkommen haben, von dem sie gut leben können, dass wir die Digitalisierung nutzen, um unseren Alltag zu vereinfachen und unsere Beziehungen in analogen Kontakten pflegen und dass wir die Digitalisierungserfahrungen künftig mehr nutzen, um Zeit und Energie zu sparen.“

Frank Schneewind, Immobilien Consulting: „Aktuell befindet sich die ganze Welt im Corona-Blues, seitdem die Kanzlerin den aktuellen Corona-Lockdown ausgesprochen hat. Was mich angeht, bin ich der Meinung, dass die Menschheit schon andere Pandemien überstanden hat und das Leben weitergeht. Bedenklich finde ich nur die Art, wie unterschiedlich die Menschen damit umgehen. Wenn man sich und die Menschen heute beobachtet, stellt man fest, dass sich viele beim Einkaufen oder im Aufzug aus dem Weg gehen, und das ist für mich eher bedenklich. Ich habe Bedenken, dass wir rücksichtloser im Umgang mit den Leuten, die uns begegnen und die wir nicht kennen, werden. Auf der anderen Seite sieht man viel Engagement in der Nachbarschaft oder man bleibt auf einmal stehen, um mit dem Nachbarn ein Schwätzchen zu halten. Früher, in der hektischen Welt, wo es immer nur um das höher, schneller, immer weitermachen ging, hatte man dafür vielleicht keine Zeit. Wir haben die Chance, innezuhalten und uns grundsätzlich neu auszurichten. Es wird Gewinner und viele Verlieren geben. Kommunikation ist wichtig, deshalb finde ich es wichtig, dass die wirklichen Spreader der Pandemie mehr eingekreist werden und das sind hoffentlich nicht die Restaurants, die in den letzten Wochen viel dafür getan haben, dass wir mit einem sicheren Gefühl ausgehen und uns treffen konnten, um uns mit Menschen und Meinungen auszutauschen. Wünschen würde ich mir, dass diese Pandemie, ohne weiter viel Schaden anzurichten, an uns vorüberzieht, und hoffen wir auf die Pharma-Industrie, die den Impfstoff bald liefert, damit wir nicht noch in zwei Jahren mit dem Virus zu tun haben.“

Katharina Fedder, Werbeagentur Montagmorgens: „2020 hat uns persönlich herausgefordert und mehr als je zuvor unsere verletzlichen Seiten zum Vorschein gebracht – auch im beruflichen Umfeld, in dem man sich sonst gerne von seiner professionellsten Seite zeigen will. Genau diese neuen Einblicke ermöglichen uns aber auch, offener auf andere zuzugehen oder Hilfe anzubieten. Oder selbst nach Hilfe zu fragen, wenn wir sie brauchen. Fertigkeiten, die wir meiner Ansicht nach auch verstärkt in unserer Stadtgemeinschaft leben können, um schwierige oder komplexe Themen anzupacken. 2020 ist, neben aller Sorge und Wut über das Virus, ein Jahr, in dem auch viel Gutes begonnen hat. Es hat uns einfach dazu gezwungen, Neues zu wagen. Mir ist dabei klar geworden, was für mich persönlich zählt und was ich mir für 2021 nicht nur wünsche, sondern auch bereit bin, weiter anzubieten: Mehr OFFENHEIT statt ENDEN. Mehr MUT als ANGST. Mehr MENSCHLICHKEIT als PERFEKTION. Mehr WIR als ICH.“

Dominik Schramm, Podcast Krieewel Inside: „Wünsche für das Jahr 2021? Schwierig – angesichts der sich schon wieder verschlimmernden und zuspitzenden Gesamtsituation. Wer kann da schon einen Gedanken für „danach“ fassen? Der grundlegendste und humanste Wunsch: sich wieder mit Familie und Freunden treffen zu können, ohne dass irgendeine Art von Restriktion eingehalten werden muss. Nicht zuletzt trifft es mit (!) am stärksten die sozialen Kontakte. Allerdings finde ich es schön, wie die Menschen zunehmend die Redewendung „… und bleib(t) bitte gesund!“ nutzen. Ja, das finde ich ehrlich. Die Menschen in der Gesellschaft signalisieren damit, dass sie aufeinander achten oder sich um den anderen sorgen. Hoffentlich wird diese Redewendung niemals zu einer daher gesagten inflationären Floskel. Außerdem wünsche ich mir, dass jeder Einzelne seine Freiheit und Selbstbestimmtheit zu schätzen lernt. Ein Lockdown nimmt einem die Freiheit, lecker Essen zu gehen – nur um ein Beispiel zu nennen – und wer will das schon?“