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Ein Alleskönner im Kampf gegen den Klimawandel Der Kiribaum

Im Kampf gegen den Klimawandel ist der schnellwachsende Kiribaum ein wahres Multi-Talent. Die Tönisvorster Unternehmensgruppe WeGrow ist deutschlandweit Pionier beim Anbau dieses beeindruckenden Alleskönners.

Wenn uns das vergangene Jahr eines deutlich vor Augen geführt hat, dann ist es, wie auf dem blauen Planeten trotz seiner vermeintlichen Endlosigkeit alles mit allem zusammenhängt: Von globalem Handel über internationale Infrastruktur bis hin zu privaten Reisen – letztlich beeinflusst das Verhalten eines jeden das Weltgeschehen und das Erdklima. Es darf uns nicht mehr gleichgültig sein, wenn der sprichwörtliche Sack Reis in China umfällt. Eine Lösung, die ihren Weg aus eben diesem Reich der Mitte und benachbarten Ländern zu uns gefunden hat, ist der Anbau des Kiribaums. Die Tönisvorster Landwirtschaftsunternehmensgruppe WeGrow hat sich auf den „schnellsten Baum der Welt“ spezialisiert.

Managing Director und leidenschaftlicher Wissenschaftler: Peter Maximilian Diessenbacher widmet sich mit Leidenschaft und Sachkenntnis dem Anbau des Kiribaums
Managing Director und leidenschaftlicher Wissenschaftler: Peter Maximilian Diessenbacher widmet sich mit Leidenschaft und Sachkenntnis dem Anbau des Kiribaums

Seine Wurzeln hat das Unternehmen in einem wissenschaftlichen Projekt der Universität Bonn, wo Peter Maximilian Diessenbacher nach seinem Diplom zum Agraringenieur tätig war. „Ziel des Projekts war die Forschung auf dem Gebiet der nachwachsenden Rohstoffe. So kam ich in Kontakt mit dem Kiribaum und entwickelte mit der Firmenmitbegründerin Allin Gasparian unsere erste eigene Sorte NordMax 21®“, erklärt der Managing Director des operativen Geschäfts von WeGrow. Hiermit war der Grundstein zum kommerziellen Anbau des Kiribaums in Deutschland gelegt. „Die Vorzüge gegenüber heimischen Baumarten sind vielfältig: Der Baum wächst in einem Jahr zwischen zwei und sechs Metern, benötigt dabei etwa ein Drittel weniger Wasser als eine ebenfalls schnellwachsende Pappel und kann mehrfach be-erntet werden“, führt Diessenbacher an. Gerade der letzte Aspekt ist besonders interessant, da der Baum an sich nach der Gewinnung des Rohstoffes weiterleben kann und neu austreibt, weswegen er nicht ge-erntet – also gefällt – wird. „Abgesehen davon werden die Blätter des Kiribaumes bis zu einem Meter groß“, betont der Fachmann für Holzproduktion. Dadurch ist der Kiribaum mit seinen wundervollen Blüten immens klimafreundlich, denn je größer das Blatt, desto größer die Fotosyntheseleistung. Sprich: Der Kiribaum ist ein wahrer CO²-Vernichter.

Jungpflanzen vom Niederrhein für die Welt

Inzwischen hat WeGrow unter strengen wissenschaftlichen Bedingungen diverse Kreuzungen des Kiribaumes, auch Hybride genannt, gezüchtet. „Die Jungpflanzen sind Stecklinge und werden von einer anderen Pflanze gewonnen, nicht aus einem Samen gezogen“, erklärt Peter Maximilian Diessenbacher das Prozedere. Nach etwa zwei Wochen finden sie ihren Weg ins Treibhaus, wo sie ihr enormes Wachstumstempo mit erkennbaren Wurzeln bereits nach zwei bis drei Tagen unter Beweis stellen. Haben sie eine gewisse Größe erreicht, werden die Jungpflanzen von Tönisvorst aus in derzeit 20 Länder weltweit, seit Kurzem auch in die USA, geliefert. „Wir betreiben auch eigene Plantagen in Deutschland, unter anderem in Heidelberg und Bonn. Vor dort kommt auch das Feedback eines Imkers, der die Kiribäume als ,Refugium für Insekten‘ und wahre ,Bienenbäume‘ bezeichnet“, betont der Agrarwissenschaftler einen weiteren umweltfreundlichen Aspekt. Die Anbauflächen in unseren Gefilden müssten nicht besonders bewässert werden, sondern lebten von und mit dem hiesigen Wetter: „Weitere Flächen haben wir in Zentralspanien in der Nähe des Flusses Tajo, also in grünen Regionen. Auch dort ist die Wassereffizienz hoch, denn nur während der Sommermonate muss zusätzlich gegossen werden. Gleichzeitig ist in Spanien das Wachstum noch schneller als hier bei uns.“

Leicht, wärmespeichernd und splitterfrei

12 Jahre Buche gegen 12 Jahre Kiri: Der Unterschied ist so eklatant wie beeindruckend.
12 Jahre Buche gegen 12 Jahre Kiri: Der Unterschied ist so eklatant wie beeindruckend.

Der Schritt vom Rohstoffproduzenten und -lieferanten zum holzverarbeitenden Betrieb ist nicht groß, und so rief Peter Maximilian Diessenbacher vor etwa einem halben Jahr das Start-Up KIRITEC® ins Leben, um die gesamte Produktionskette abzudecken. „Die leichteste in Europa herstellbare Holzart kann auf verschiedenen Gebieten tropische Hölzer ersetzen, wodurch diese weder abgeholzt noch importiert werden müssen“, betont er. Besonders interessant ist die Verwendung  in den Bereichen Wohnmobilbau, Caravaning oder Tiny Houses, da es gegen Kälte und Wärme viel besser isoliert. Auch Sportflugzeuge, Passagierschiffe und verschiedene Sportgeräte werden mit dem Holz des Kiribaumes ausgestattet. „Eine großartige Innovation jüngerer Vergangenheit ist die Entwicklung eines zu hundert Prozent kompostierbaren, superleichten Stand-up-Paddleboards durch zwei Bootsbauer in Kiel“, erzählt Peter Maximilian Diessenbacher mit unübersehbarer Freude daran, durch seine wissenschaftliche und unternehmerische Expertise einen wertvollen Beitrag zur Nachhaltigkeit zu leisten. Denn alles hängt mit allem zusammen, und eine kleine Pflanze kann mit der richtigen Nutzung einen großen Unterschied machen.

WeGrow GmbH
Kehn 20, 47918 Tönisvorst
Telefon: 02156-48498-0
kontakt@wegrow.de
www.wegrow.de