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Sandra Dusza Die vegane Tausendsasserin

Die Tür am kleinen Ecklokal an der Gartenstraße steht weit offen. Ein Blick ins Innere lässt nicht nur die Herzen aller Kunst- und Interieur-Fans höherschlagen, sondern ihnen auch das Wasser im Munde zusammenlaufen, beim Anblick der vielen Köstlichkeiten auf der Speisekarte. Egal, ob eine herzhafte Bowl mit handgemachten Pommes und veganem Gyros oder ein verführerisch aussehender Dominosteinkuchen, in der Kunstküche geht jeder Gast mit einem vollen Magen und einem zufriedenen Gefühl wieder nach Hause.

Sandra Dusza ist eine Macherin. Allerdings nicht, um sich darüber zu profilieren, sondern vielmehr, weil ihr Herz für das, was sie tut, schlägt und sie ihre Arbeit liebt: „Ich mache einfach das, worauf ich Bock habe“, gesteht die bodenständige 29-Jährige. Und das macht sie seit nunmehr fünf Jahren schon im Rahmen der Kunstküche. Anfangs war das Bistro auf dem Stadtmarkt zu finden, bevor es im März 2019 in das kleine Ecklokal an der Gartenstraße umzog. „Nach vier Wintern draußen hatten wir einfach den Wunsch nach unseren eigenen vier Wänden“, berichtet Sandra.

Schnell etablierte sich der neue Standort der Kunstküche. Kein Wunder, fühlt sich der Gast doch hier viel mehr als Freund denn als Kunde. Das liegt zum einem an dem leckeren Essen, das Sandra gemeinsam mit ihrem siebenköpfigen Team auf die Teller bringt, zum anderen aber auch an der freundschaftlichen und intimen Art des Lokals. Man fühlt sich wie zu Besuch bei Freunden, nur dass die Gastgeberin ein Studium in Gastronomie- und Tourismusmanagement mit Schwerpunkt Ernährung absolviert hat und daher genau weiß, was sie auf den Teller bringen möchte: „Durch das Studium habe ich mich viel mit den gesundheitlichen Aspekten einer veganen Ernährung beschäftigt und bin dadurch selbst zur Veganerin geworden“, so Sandra Dusza. Trotzdem war für sie klar, dass sie auf Currywurst und Burger nicht verzichten will: „Ich finde so ‘nen Rollbraten geil, aber will keine tierischen Fette zu mir nehmen und möchte zudem auch nicht, dass ein Tier für meine Nahrung sterben muss.“ Also experimentiert Sandra immer wieder neu herum und zaubert Köstlichkeiten auf den Teller, die auch bekennenden Fleischliebhabern Appetit machen – sei es einen Seitanbraten, ein leckeres Gyros oder einen Burger.

Sandra als Gastköchin beim WDR
Dass man auch fleischlos glücklich sein kann, ist längst in der Gesellschaft und auch im Fernsehen angekommen. Bei einem Dreh für die Lokalzeit knüpfte Sandra einen ersten Kontakt zum WDR. Als diese für ihre Sendung „Hier und heute“ kurze Zeit später für die Rubrik „fleischlos glücklich“ eine neue Köchin suchten, fiel die Wahl schnell auf die sympathische Tönisvorsterin: „Am Anfang war ich echt aufgeregt“, berichtet Sandra und gesteht schmunzelnd: „Ich hab denen gesagt, dass ich zwar kochen kann, aber alles andere, was zu einem Fernsehauftritt gehört, nicht.“ Dass das keinerlei Problem darstellen sollte, zeigte sich bereits bei der ersten Sendung, die im August aufgezeichnet wurde. Die Chemie stimmt, und die 29-Jährige begeistert mit ihrer authentischen und entspannt-freundlichen Art die Zuschauer. Seitdem gehört sie fest zum Team und bringt einmal im Monat per Fernseher fleischlose Speisen in die Haushalte der Rezipienten.

Wer aber glaubt, Sandra Dusza habe mit ihrer Kunstküche und den Fernsehauftritten schon genug zu tun, der irrt. Mühelos veröffentlicht sie alle 14 Tage jeweils eine neue Folge ihres Podcasts „Wer nichts Wirt“. Das Format ist im ersten Lockdown in Zusammenarbeit mit ihrem Mitarbeiter Daniel entstanden: „Schon oft haben mir Kunden gesagt, dass ich doch mal Geschichten erzählen soll, und im ersten Lockdown haben Daniel und ich das dann als Podcast umgesetzt“. Nachdem Daniel aus beruflichen Gründen kürzertreten musste und deshalb aus dem Podcast ausgestiegen ist, war das für Sandra aber noch lange kein Grund, ebenfalls aufzuhören. Sie macht weiter: „Ich möchte einfach über so viele Vorurteile über die Gastronomie und Veganismus aufklären und nebenher über alles reden, was mich bewegt.“ Burn-out-Gefahr? Fehlanzeige. Die 29-Jährige entscheidet ganz bewusst, worauf sie Lust hat und wo sie ihre Kreativität entfalten kann: „Wenn es mir dann aber doch mal zu viel wird, gehe ich in den Wald oder wandern“, so die Inhaberin der Kunstküche.

Und genau mit dieser Motivation und dieser Lust am Machen gestaltet Sandra Dusza auch den erneuten Lockdown. Sie bietet die Speisen zum Mitnehmen an und hat auch bereits für die Weihnachtszeit verschiedene Pläne im Kopf – je nachdem, ob die Gastronomie wieder öffnen darf oder nicht: „Ich habe immer Plan A bis K in meinem Kopf“, erzählt sie auf ihre typisch-trockene Art. „Man darf sich nicht scheuen, auch mal Pläne zu verwerfen, wenn diese nicht funktionieren. Wichtig ist, dass man dann trotzdem weitermacht.“ Und das tut die sympathische Tausendsassarin. Mit vielen tollen Ideen, leckeren Rezepten und einer gesunden Portion Optimismus!

Kunstküche Krefeld
Gartenstraße 21, 47798 Krefeld
Telefon: 01575-1832180,
www.kunstkueche.eu