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Rocholl – Geschrieben mit Erfahrung. Gespielt mit Teamgeist Der Arbeitstag als Sinfonie

Die Firma Rocholl verbindet Gegensätze: Computertastatur vs. Arbeitshandschuh, Schreibtischstuhl vs. Fahrerkabine, Denksport vs. Anpacken. Das Krefelder Traditionsunternehmen, das sich in dritter Generation der Verknüpfung von Landschafts- und Tiefbau verschrieben hat, lebt von einer unkonventionellen Firmenstruktur, die die Grenzen zwischen Verwaltung und Baustelle bewusst öffnet, um einzigartige Großprojekte erblühen zu lassen. Beinahe könnte man das im Wachstum befindliche Unternehmen mit einem autarken Sinfonieorchester vergleichen, in dem die einzelnen Instrumentengruppen sich eigenständig untereinander abstimmen. Denn wenn jeder die Noten verinnerlicht hat, verbinden sich die einzelnen Spieler beinahe von selbst. 

1. Satz: Die Abstimmung
Es ist Mittwochmorgen, viertel nach acht. Jonathan Wölfel ist gerade in seinem Büro im „Hauptquartier“ an der Rather Str. 220 eingetrudelt – auf dem Weg hat er bereits mehrere Telefonate geführt, mit Lieferanten, dem firmeneigenen LKW-Fahrer und der Bauleitung, mit der er als Disponent und Einkäufer eng zusammenarbeitet. „Mein Arbeitstag fängt im Auto an, sobald sich mein Telefon mit der Freisprechanlage verbunden hat“, erklärt der 26-Jährige und schmunzelt. „Der Rest des Tages ist eine absolute Wundertüte. Außenanlagen sind nie gleich, wir haben immer wieder etwas anderes zu tun, deshalb habe ich abends zu Hause immer was zu erzählen.“ Zu Jonathans Aufgaben gehört neben der Beschaffung von Baustoffen, Maschinen und sonstigen Materialien auch die Sicherstellung ihrer zeitgerechten und korrekten Auslieferung an die einzelnen Baukolonnen.

In der Firma Rocholl hat sich über die Jahre ein engmaschiges Arbeitskonzept etabliert, in dem multimodal arbeitende Fachkräfte wie Jonathan und eine konstante, bereichsübergreifende Kommunikationsstruktur dafür sorgen, dass Abläufe teamintern höchsteffizient gestaltet werden. Dafür hat sich das Unternehmen frühzeitig auf den digitalen Wandel eingestellt und Organisationstools etabliert, die den Mitarbeitern einen direkten Überblick über den Status Quo ihres Projekts ermöglichen. So sind alle Maschinen von Rocholl getaggt und könnten via App schnell auf ihre Verfügbarkeit überprüft werden. Jonathan Wölfel und sein Kollege Mark sorgen dann als menschliche Schnittstelle für die Organisation spontaner Planänderungen. „Ich springe oft ein, wenn es schnell gehen muss. Wenn zum Beispiel etwas anderes gebraucht wird als gedacht – sei es auch nur ein Werkzeugkoffer. Da bin ich die Nummer, die die Bauleitung wählt, um den Kollegen von der Baustelle die Arbeit abzunehmen, die sie bei ihren eigentlichen Aufgaben behindern würde“, beschreibt Jonathan fröhlich. „Der Handlungsspielraum, den man als Mitarbeiter hat, ist sehr großzügig ausgelegt. Ich kann eigenverantwortlich arbeiten und muss mir nicht erst alles genehmigen lassen.“

2. Satz: Die Vertiefung
Diese Freiheit schätzt auch Kevin Enke, dessen Arbeit eng mit der seines Tischnachbarn Jonathan Wölfel verknüpft ist. Als Kalkulator kommt ihm die Aufgabe zu, Projektanfragen zu sondieren und Aufträge so auszuwählen, dass die Teams des mittelständischen Unternehmens bestmöglich ihre Stärken einsetzen können, zudem ist er gemeinsam mit Firmengründer Lutz Rocholl für die Zuteilung der Teams auf die Projekte zuständig. Auf Grundlage der Preisermittlung von Jonathan Wölfel kümmert sich das Duo zudem um die präzise Kostenkalkulation der Projekte.

„Wir sind jetzt ein sehr modern Aufgestelltes und vor allem junges Team. Dennoch fusst alles auf langjähriger Erfahrung.“

„Ich habe vor knapp zwei Jahren einen Quereinstieg gemacht. Vorher war ich im Außendienst. Was mich damals an Rocholl begeistert hat, war die Tatsache, dass hier ein Generationenwechsel am Laufen ist. Das hat mir zum einen gezeigt, dass in diesem Unternehmen ein vertrauensvolles, offenes Familienverhältnis herrscht. Zum anderen hat Philip mit seiner Übernahme eine Art ‚New Age‘ eingeläutet, und dadurch sind wir jetzt ein sehr modern aufgestelltes und vor allem junges Team. Dennoch fußt alles auf langjähriger Erfahrung“, beschreibt Kevin begeistert. Bevor er anfängt zu kalkulieren, wird das Projekt nicht nur von Jonathan Wölfel hinsichtlich des erwartbaren Materialwerts, sondern auch von der Bauleitung in Bezug auf seine generelle Größenordnung und die Anforderungen ans Baustellenteam beurteilt. Erst dann geht der Kalkulator an die Ausarbeitung für den Kunden. „Ich hatte das Glück, mit Lutz Rocholl einen Mentor an der Hand zu haben, der offen für Neuerungen und Vorschläge ist, mir aber auch durch seine Erfahrung viel beibringen konnte. Durch ihn habe ich gelernt, dass theoretisches Wissen nicht immer ausreicht und erkannt, wie sinnvoll es ist, sich eine Einschätzung von den Bauleitern und den Vorarbeitern zu holen, die am Ende mit dem Arbeiten müssen, was ich kalkuliere. Wir spielen zusammen, das schafft Respekt und Effizienz.“

3. Satz: Die Umsetzung
Während das 13-köpfige Büroteam im gut klimatisierten Rocholl-Hauptquartier nichts von der Mittagshitze zu spüren bekommt, geht es für Jannik Seibt und seine Kolonne auf einer Kölner Baustelle in die „heiße Phase“. Das Team ist hier für die Umgestaltung eines Schulhofs zuständig – dafür muss erst einmal eine Menge Erde bewegt werden. Gut, dass viele hundert PS Maschinenstärke den Männern und Frauen vor Ort die Arbeit am Erdreich erleichtern. „Ich vergleiche unser Arbeitsumfeld immer mit einem großen Sandkasten“, schmunzelt der 25-Jährige, der sich selbst als „Mann fürs Grobe“ bezeichnet und für die Abläufe auf der Baustelle zuständig ist. Um die Mittagszeit sind er und sein Team bereits seit ca. sechs Stunden auf den Beinen. „Wir treffen uns immer um 6 Uhr am Hauptquartier, fahren gemeinsam zur Baustelle, und ich regle die Ablaufplanung. Und dann wird’s staubig.“

Ursprünglich war Jannik während seiner Berufsschulausbildung vor allem als Gärtner auf kleinen Privatgrundstücken tätig. „Ich hatte einen Klassenkameraden, der bei Rocholl seine Ausbildung gemacht und viel davon erzählt hat. Ich fand die Dimensionen interessant. Von kleinen Privatgärten wollte ich weg. Daraufhin habe ich mich beworben und durfte vor sechs Jahren hier anfangen.“ Nur unterbrochen von einem Jahr in der Meisterschule hat sich der junge Garten-Landschafts-Bauer konstant hochgearbeitet. „Mir gefällt die Abwechslung. Ganz klar. Wir haben jeden Tag irgendwas anderes. Man mag denken, dass es hier nur um Erde geht. Aber jeder Tag hält völlig andere Anforderungen bereit. Mir fällt kein abwechslungsreicherer Job ein als der Garten- und Landschaftsbau“, befindet der ruhige Meerbuscher. „Der Teamzusammenhalt ist sehr gut. Mir beispielsweise hilft es sehr, dass Bauleitung und Disposition dafür sorgen, dass alles fachmännisch kontrolliert und gebaut wird. So habe ich den Rücken frei. Und weil wir alle so eng zusammenarbeiten, können wir aus jedem Projekt das Beste rausholen.“ Und nicht nur die Baustelle selbst, auch deren Umfeld kann bisweilen höchst interessant sein. Der aktuelle Auftrag hat das Rocholl-Team an den Schauplatz einer beliebten Netflix-Serie geführt. Dass die Arbeiter selbst filmreif ihren Job erledigen, durften sie übrigens selbst bereits in mehreren Imageclips des Unternehmens zeigen.

Vierter Satz: Finale.
Bald können Jannik Seibt, seine Azubis und Bauarbeiter den Feierabend einläuten: die heutige Sinfonie ist beendet. Morgen früh geht die Musik wieder von vorne los, wenn um kurz nach sieben Jonathan Wölfels Handy klingelt und die Ouvertüre des Tages initiiert.

Rocholl Garten-, Landschafts-, Sportplatz- und Tiefbau GmbH
Rather Str. 220, 47829 Krefeld
Öffnungszeiten: Mi-Fr 8:00-19:30 Uhr
Telefon: 02151 943040
Web:
www.rocholl-gmbh.de