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Ein Kaufhaus wird zum Traumkabinett QUEEN’S Last Night

Queen's Last Night
Advertorial

Wenn Freddy Mercury mit seiner Band Queen die Bühne betrat, bedeutete das ein Ausnahmeerlebnis. Lebte die Musik der vier Briten schon auf Platte durch ihre orchestrale Dramatik und eine bombastisch-bunte Palette aus Klangfarben, so entfalteten Songs wie „Another one bites the dust“, „Bohemian Rhapsody“ oder „Don’t stop me now“ erst live auf der Bühne ihre volle Energie. Und diese Energie möchte Regisseur Frank Matthus gemeinsam mit dem Dirigenten und Arrangeur Jochen Kilian ins Theater Krefeld transportieren – nicht per „Copy-Paste-Taktik“, sondern im Rahmen eines neu entwickelten Stücks, das sämtliche musikalischen Facetten der Band in ein vollkommen ungewohntes Setting bettet. Das wird skurril und abwechslungsreich fürs Publikum – und eine Herausforderung für das Schauspiel-Ensemble.

Regisseur Frank Matthus ist dem Krefelder Publikum seit seiner Inszenierung der Rocky Horror Show 2012 bestens bekannt.

In Ostberlin aufgewachsen, kam Frank Matthus nach seinem Studium an der Ernst Busch Schauspielschule erst viele Jahre nach dem Mauerfall dazu, seine Arbeit bis in den äußersten Westen Deutschlands zu tragen. Tatsächlich führte ihn nach vielen Jahren Tourneetheater in bekannten Großstädten wie Hamburg, München, Karlsruhe und Freiburg erst die Inszenierung der „Rocky Horror Show“ im Jahr 2012 an den Niederrhein und ins Ruhrgebiet. „Durch Krefeld habe ich diese Region kennen und lieben gelernt: diese unglaubliche Dichte, die kulturelle Geschichte, die Arbeitertradition – das ist schon faszinierend“, schwärmt der Regisseur, der in diesem Jahr seine sechste Inszenierung in Krefeld und Mönchengladbach umsetzt.

Der Musikalische Leiter Jochen Kilian wiederum ist dem Theater Krefeld bereits seit gut 25 Jahren verbunden. 1996 kam er für knapp sieben Jahre ins Leitungsteam des Hauses und begleitete es in der Folgezeit weiter als regelmäßiger Gast. Inzwischen hat er gut 40 Produktionen in Krefeld und Mönchengladbach betreut. Unter anderem die Matthus-Inszenierung „Ewig jung“, seit der die beiden Theatermacher in regelmäßigem beruflichen Kontakt stehen. Ihre gemeinsame Spezialität sind sogenannte „Songdramen“, sprich Schauspiele mit durchdachter Dramaturgie, deren Handlung jedoch fast ausschließlich durch Musik getragen wird, statt durch gesprochenen Text. Das unterscheidet sie von Revuen und Musicals, abgesehen von der Tatsache, dass nicht getanzt wird.

„Gerade, wenn man mit der Musik von Queen arbeitet, die wahnsinnig vielseitig ist, braucht man eine Situation, die uns auch eine möglichst große Vielfalt lässt. Und so sind wir auf die Idee gekommen, QUEEN´S Last Night in ein altes Warenhaus zu legen.“

Frank Matthus

Wie kommt Queen ins Theater?

Ein ebensolches „Songdrama“ haben sich Matthus und Kilian mit QUEEN’S Last Night nun erneut ausgedacht. Ausgangspunkt für die Entwicklung des Stücks war eine Performance von Esther Keil, Denise Matthey und Helen Wendt anlässlich des Theaterballs 2017: die drei Schauspielerinnen waren damals unter der musikalischen Leitung von Jochen Kilian in die Rollen von Marie Antoinette, Elisabeth I. und Kleopatra geschlüpft, um als „Killer Queens“ Hits der Band Queen im Barock-Style zu performen. „Manchmal ist das ja so, dass aus so einer eigenartigen Idee auf einmal etwas auf der Bühne entsteht, mit einer Dimension, die mehr ist als man erwartet hatte. Und so war es auch hierbei“, beschreibt Matthus. Die Grundidee der Queen singenden Queens bauten Matthus und Kilian über das letzte Jahr weiter aus. „Was gar nicht so einfach war, denn es ist natürlich was völlig anderes, ob man mal drei Lieder singt oder einen ganzen Theaterabend denkt, der ja auch einen Rahmen haben muss“, gibt er Regisseur zu. „Gerade, wenn man mit der Musik von Queen arbeitet, die wahnsinnig vielseitig ist, braucht man eine Situation, die uns auch eine möglichst große Vielfalt lässt. Und so sind wir auf die Idee gekommen, QUEEN´S Last Night in ein altes Warenhaus zu legen.“

Der Plot

Das alte Warenhaus QUEEN´S, das sein kaufwilliges Publikum viele Jahre erfolgreich mit dem Slogan „Feel good – feel better – be Queen“ gelockt hat, muss schließen – der Laden läuft inzwischen einfach nicht mehr. Nach dem letzten Verkaufstag dreht der treue, langjährig angestellte Hausmeister eine letzte Runde durch sein Reich, auf der er wie gewohnt „seinen Königinnen“, den Schaufensterpuppen, begegnet, für die er eine große Affinität hegt. Doch als der Abschiedsschmerz ihn ganz einzunehmen droht, geschieht etwas im QUEEN´S: Das Kaufhaus erwacht zum Leben – und eine Reihe skurriler Begegnungen erwarten den einsamen Mann auf seinem letzten Rundgang.

Das Besondere

Da es in einem großen Warenhaus praktisch alles gibt, konnte Frank Matthus inszenatorisch aus den Vollen schöpfen: Kostümwechsel, Szenenwechsel, Stimmungswechsel – alles kein Problem an einem Ort, der für jeden Anlass und jedes Bedürfnis ausgestattet ist. „Es wird geliebt, es wird gekämpft, es wird getötet, es wird verzweifelt, und es wird gewonnen“, beschreibt er augenzwinkernd.

Jochen Kilian sorgt dafür, dass die Musik der Band Queen perfekt auf der Theaterbühne wirken kann – dafür hat er sämtliche Partituren umgeschrieben

Doch nicht allein die Tatsache, dass die Musik der Band Queen in ein einzigartiges Setting transponiert wird, weckt die Neugier auf QUEEN´S Last Night, sondern auch, wie: Denn neben der Klavierbegleitung von Jochen Kilian wird sämtliche Musik von den sieben Schauspielerinnen und Schauspielern selbst erzeugt. Kilian hat alle Partituren der ausgewählten Songs neu aufbereitet, um sie für das kleine Ensemble im Rahmen der jeweils stattfindenden Bühnenhandlung spielbar zu machen – und das nicht unbedingt auf gängigen Instrumenten. Dabei soll sie allerdings die bekannte Queen′sche Dramatik behalten, wie Frank Matthus verspricht: „Es wird ein spezieller Sound, denn es ist alles ‚hand made‘, aber es wird rocken! Das muss es auch, sonst haben wir was falsch gemacht. Wir bleiben nicht bei Blumentöpfen, es kommen auch Ölfässer zum Einsatz“, lacht der Regisseur. Ein besonderes Augenmerk hat Jochen Kilian bei der Ausarbeitung des musikalischen Konzepts auf den Queen-typischen Satzgesang gelegt, die Chöre teilweise sogar ausgebaut. Um das musikalische Spektakel perfekt in Szene zu setzen, bedarf es natürlich einer passenden Kostümierung und Choreografie, für die Anne Weiler und Kerstin Ried verantwortlich zeichnen.

So dürften in jedem Fall schon mal die eingefleischten Queen-Liebhaber mit der Last Night glücklich werden. Aber was ist mit dem Rest? „Es würde die Sache sicherlich erleichtern, wenn man Queen bereits mag. Als Queen-Fan muss man hingehen. Und wenn man keiner ist, muss man noch viel mehr hingehen: Denn es könnte passieren, dass man als Queen-Fan das Theater wieder verlässt. Es wird definitiv ein besonderes Erlebnis“, verspricht Matthus.

Ob und in welcher Form wir bei QUEEN´S Last Night auch Freddy Mercury begegnen werden, verrät er nicht. Wohl aber, dass der Frontmann der Band die Arbeit am Stück grundlegend beeinflusst hat und man auch um das ein oder andere bekannte Kostüm des exzentrischen Tenors nicht herumkäme bei diesem Theaterabend. Was das genau bedeutet, wird erst bei der Premiere am Samstag, 4. September, gelüftet, die gleichzeitig ein Geburtstagsgruß gen Himmel ist: Denn am 5. September wäre Freddy Mercury 75 Jahre alt geworden.

Theater Krefeld und Mönchengladbach
Theaterplatz 3, 47798 Krefeld
Telefon: 02151-805125

Tickets und Informationen: theater-kr-mg.de/spielplan/inszenierung/queens-last-night