kultur

Erleuchtet, aber leer: Eine Badwoche fällt ins Wasser...

Normalerweise geht dort Licht an, wo Leute sind. Beleuchtet wird, was man zeigen möchte, wo man ein Publikum hinziehen will. Auch das Alte Stadtbad an der Neusser Straße erstrahlte in farbigem Licht. Doch Besucher gab es keine.

Schon im Sommer war die „Badwoche“ als Jahres-Highlight des freischwimmer e.V. geplant gewesen, dann kam Corona und damit alles anders. Lockdown. Veranstaltungsverbot. Doch nach langem Umdisponieren und kreativem Austausch schaffte es die Task Force des Vereins, einen neuen coronakonformen Ansatz zu finden, um einem breiten Publikum Zutritt zum historischen Bad in einmaliger Atmosphäre zu ermöglichen.

Doch dann rolle die zweite Infektionswelle an und mit ihr ein immer näher rückender „Lockdown light“. So musste das Ergebnis wochenlanger Organisationsarbeit erneut umgeworfen werden. „Wir haben die Veranstaltung schweren Herzens aufgrund der aktuellen Corona-Situation abgesagt“, postete der Verein auf Facebook. Ein ambitioniertes und vielseitiges Programm hatten freischwimmer und Kulturschaffende gemeinsam auf die Beine gestellt: Live- Light Painting, Führungen und Workshops gehörten ebenso zum geplanten Unterhaltungsangebot wie musikalische Beiträge und Kunstinstallationen von Claudia Reich und Frank Bernemann in einigen der über 100 Badewannen des Bades. Dazu sollte die gesamte Szenerie des Außenbereichs in Lichtdesign und Projektionen des Krefelder Künstlerensembles sputnic getaucht werden.

Hoffnung für das nächste Jahr

Lediglich das Licht ist geblieben von der geplanten Badwoche. Ein Zeichen des Optimismus, trotz wiederholter Enttäuschung für alle Beteiligten. So steht das Stadtbad mit seiner Aktion beispielhaft für viele, viele Kultur- und Freiezeitbetriebe, deren Bemühungen um ein coronakonformes Angebot immer wieder durchkreuzt werden. Die Illumination des Bades hat der freischwimmer e.V. festgehalten, um Interessierten wenigstens eine Ahnung von dem vermitteln zu können, was das mehrköpfige Team eigentlich für die Besucher vorbereitet hatte.

Dank starker Kooperationspartner wie dem Krefelder Kulturrat, dem Jazzklub Krefeld, dem Verein Kultur in Krefeld und der BBK Niederrhein sowie „Baukultur NRW“, der Krefelder Wirtschaftsförderung, der Urbanen Nachbarschaft Samtweberei und dem Ministerium für Heimat, Kommunales, Bau und Gleichstellung des Landes NRW wird es den Organisatoren nach eigener Aussage möglich sein, einige Elemente des Programms ins nächste Jahr zu „retten“. Es bleibt zu hoffen, dass die Badwoche dann nicht erneut ins Wasser fällt und zu dem werden kann, wozu sie das Zeug hat: ein Highlight im Krefelder Veranstaltungskalender.

www.freischwimmer-krefeld.de, www.krefeld.de/de/allg/kunst-kultur