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Der ADFC gibt Tipps für sonnige Tage Fahrräder an die Luft

Der Niederrhein ist ein Radfahr-Paradies. Und mit dem Infoladen des ADFC Krefeld/Viersen haben wir sogar Zugriff auf etliche Experten, die sich rund um Tourplanung hervorragend auskennen.

Egal ob als schickes Retro-Rennrad, als modernes Herren- oder Damenrad oder als belastungsfähiges E-Bike: Sowohl im Alltag als auch in der täglichen Fortbewegung feiert das Fahrrad seit einigen Jahren eine Revolution. Glück für uns Krefelder, dass wir das schönste Radfahrgebiet Deutschlands direkt vor der Haustüre haben: Für kurze Strecken von Stadt zu Stadt, wenig Steigung, tollen Ausflugsziele und gut ausgeschilderte Radfahrwege ist der Niederrhein bekannt. Und mit dem Infoladen des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs Krefeld/Viersen haben wir sogar exklusiven Zugriff auf etliche Experten, die sich rund um Tourplanung und Streckennetz hervorragend auskennen. Wir haben den ADFC zur Vorbereitung von langen und kurzen Sommerfahrradtouren am Niederrhein besucht.

Experten für Fahrradstrecken am Niederrhein: Andreas Domanski und Karl-Heinz Renner

Zwei dieser Radstreckenexperten sind Andreas Domanski und Karl-Heinz Renner. Domanski, der in Fischeln lebt, setzt privat auf ein klassisches Treckingrad. Außerdem hat er ein Klapprad, das er unkompliziert mit in Zug, Bus und Bahn nehmen kann, und sogar ein Reservefahrrad mit Spikes für den Winter. Renner dagegen setzt neben dem Rennrad und dem normalen, leichten Fahrrad auch auf das E-Bike. Immer wieder teilt er sich dieses mit seiner Frau. „Prinzipiell gibt es unterschiedliche Radfahrtypen“, beschreibt Domanski als Vorsitzender des Fahrradclubs. „Diejenigen, die nach Karte oder Route fahren und diejenigen, die sich mit einem Ziel im Kopf treibenlassen.“

Der Niederrhein ist ein Radfahr-Paradies. Und mit dem Infoladen des ADFC Krefeld/Viersen haben wir sogar Zugriff auf etliche Experten, die sich rund um Tourplanung hervorragend auskennen.

Radfahren nach Schildern: Knotenpunkte, Themenstrecken und Co.

Wer einer Strecke nach Schildern folgen möchte, muss diese erst einmal erkennen und richtig deuten. In Krefeld gibt es aktuell drei unterschiedliche Schilderkategorien, die Streckennetze kennzeichnen. Die kleinen viereckigen oder sechseckigen Schilder, die häufig Logos oder Symbole aufgreifen, weisen auf alte Themenrouten hin, die vor vielen Jahren ausgewiesen wurden. Folgt der Radfahrer diesen, ist Vorsicht geboten, gibt Domanski zu bedenken: „Durch das hohe Alter der Themenrouten sind manche in ihrer ursprünglichen Strecke nicht mehr zu befahren. Es kann sein, dass die Wegweisung lückenhaft ist.“
Besser sei es deswegen, sich an Radwegweisern und ab nächstem Jahr auch an den Knotenpunkten zu orientieren, die von Krefelds Nachbarstädten und -kreisen schon genutzt werden.

Eine weiße Zahl in einem roten Kreis gibt Orientierung. Diese wird durch rote Pfeile auf Schildern fortgesetzt. Radwanderkarten helfen dabei, die individuelle Zahlenfolge festzulegen. „Wir haben zum Beispiel viele Radfahrer, die vor ihrer Tour die Zahlen einfach hintereinander auf einen Zettel notieren“, erklärt Renner. „Die Knotenpunkte werden dann Stück für Stück abgefahren.“ Was ein bisschen nach Lottozahlen aussieht, kommt als System aus den Niederlanden und aus Belgien. Hier ist inzwischen das gesamte Radstreckennetz einheitlich beschildert und mit Knotenpunkten durchnummeriert.

Wer keine langen Strecken fahren möchte, sondern nur praktisch sein Rad benutzt, um zum Beispiel in die Stadt oder zur Arbeit zu fahren, kann sich darüber hinaus an den Krefelder Radachsen orientieren. Mit einem schwarz-roten Fahrradsymbol gekennzeichnet, verbinden die Radachsen die Stadtteile mit der Innenstadt. Die zentralen Verknüpfungspunkte dieser Routen sind der Willy-Göldenbach-Platz und der Dionysiusplatz.

Der Niederrhein ist ein Radfahr-Paradies. Und mit dem Infoladen des ADFC Krefeld/Viersen haben wir sogar Zugriff auf etliche Experten, die sich rund um Tourplanung hervorragend auskennen.

Drei nützliche Apps: Mit dem Smartphone auf dem Rad

Wer sich lieber digital vorbereiten möchte, kann sich seine Radtour auch mithilfe unterschiedlicher Apps zusammenstellen. Domanski und Renner empfehlen drei unterschiedliche Applikationen:
Der Radroutenplaner NRW ist eine kostenfreie Anwendung, die, so erklärt Domanski, am besten auf dem Rechner funktioniert. Eine App für unterwegs ist zwar verfügbar, bleibt aber in Bedienung und Funktionsumfang gegenüber anderen zurück.

Besser für unterwegs geeignet sei die App Komoot. Das ist eine Software, die für Outdooraktivitäten, also für die Planung und den Austausch von Radtouren oder Wanderungen entwickelt wurde, und wie eine Navigations-App funktioniert, aber auch auf der Webseite viel Komfort bietet. Ein Geheimtipp, so Renner, sei außerdem die leichte und kostenlose Anwendung „01.Fietsknoop“. Die holländische App berücksichtigt auch Nordrhein-Westfalen und orientiert sich rein an Knotenpunkten, daher auch der Name. Sie ist als App oder auch webbasiert abrufbar und ermöglicht flotte Touren rund um Krefeld.

Oldschool: Mit Buch und Karte zum Ziel

Renner und Domanski selbst sind darüber hinaus aber auch Fan der klassischen Variante: Zahlreiche Fahrradbücher und Radwanderkarten, die es auch im Infoladen des ADFC auf der Dreikönigenstraße zu kaufen gibt, verraten Touren mit außergewöhnlichen Zielen. Auch hier beraten die beiden über persönliche Lieblingstouren und besondere Radwanderkarten. „Das Krefelder Stadtmarketing hat zum Beispiel im letzten Jahr eine kulinarische Route herausgebracht“, erklärt Domanski. „Die Tour lädt zum heimischen Landwirtschaftshopping ein und führt über die unterschiedlichen Hofläden im Umland. Das ist wirklich eine besondere Strecke und auch für Kinder gut geeignet.“

Ein gemeinsames Lieblingsziel, das Renner und Domanski teilen, ist außerdem ein Naturschutzgebiet in Viersen. Ab Forstwald-Degensweg radeln die Radfahrer über unterschiedliche Knotenpunkte ganz ohne Karte und App nach Anrath. Je nach Jahreszeit können hier Störche beim Brüten beobachtet werden. „Mir gefallen außerdem die Wege Richtung Westen“, erklärt Renner. „Ob in Kempen, Viersen, Nettetal oder Venlo – leckeres Essen lässt sich hier mit Kunstradrouten und Kultur verbinden. Generell ist der Niederrhein ein wirkliches Radfahrparadies!“

Tipps für kredo-Leser: Radfahren mit dem ADFC

Der ADFC hat extra für kredo-Leser drei Routen vorgestellt. Weitere Touren finden sich auf www.aktionskreis-fahr-rad.de und demnächst auf der neuen Homepage des ADFC-Krefelds unter https://touren/termine-adfc.de.

Die kulinarische Route des Stadtmarketings

Heimische Landwirtschaft und Hofladenhopping – die kulinarische Route des Stadtmarketing verbindet das Radeln mit dem Leckeren. Sie eignet sich perfekt für eine Familienradtour. Hier finden Sie sowohl die Broschüre als auch die GPX-Daten zum Download: https://www.krefeld.de/de/stadtmarketing/die-kulinarische-route/

Die GrünGürtel-RadRunde Krefeld

Die GrünGürtel-RadRunde ist ein Routenprojekt vom Bündnis90/Die Grünen, dem BUND, dem NaBu, dem ADFC und dem FahrRad Aktionskreis Krefeld. Sie führt uns durch den grünen Speckgürtel der Stadt, genauso aber an kulturellen Highlights wie der Egelsberger Mühle, der Dujardin-Fabrik oder  Haus Greiffenhorst vorbei. Die genaue Route gibt es hier: https://www.outdooractive.com/de/route/radtour/duesseldorf-und-umgebung/gruenguertel-radrunde-krefeld/205831887/

Durch das Naturschutzgebiet am Storchennest vorbei

Ab Forstwald-Degensweg (R14) fährt man anhand der Knotenpunkte 76-73-68-16-08-95-14-78 ganz ohne Karte und App nach Anrath, vorbei an der Cloerather Mühle, an der Niers sowie Schloss Neersen und über den Willicher Alleenradweg. Hat man Glück, kann man den Störchen beim Brüten zusehen. Die Tour ist auf Komoot hinterlegt: https://www.komoot.de/tour/307514787